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6.
Ein Angebot an Angehörige, Freunde und alle, die
helfen wollen
Vielleicht haben
Sie schon lange die Vermutung, daß Ihr Partner suchtkrank ist?
Aber immer haben Sie gehofft, daß er es mit Ihrer Hilfe
schafft, sein Suchtproblem zu lösen. Was haben Sie nicht alles
getan. Mit Bitten und gutem Willen, mit Appellen und - wenn es
nicht mehr ging - mit Drohungen. Was hat es genutzt?
Zugegeben, es hat Zeiten gegeben, wo Sie das Gefühl hatten, es
geht aufwärts, er hat mich verstanden. Es waren die Zeiten,
als er weniger trank bzw. vielleicht auch mal längere Zeit auf
Alkohol verzichtete. Aber mit Beginn des nächsten Trinkens kam
ein neuer Rückschlag. Ihre Verzweiflung wurde immer größer.
Aufgeben, nein, aufgeben wollten Sie nicht. Helfenwollen wurde
so für Sie zum Kampf. Die Appelle und Drohungen wurden immer
massiver. Konsequenzen wurden angedroht, wenn er/sie das
Trinken nicht läßt. Sobald jedoch wieder ein wenig Hoffnung
aufkeimte und wieder dieses Gefühl hochkam, jetzt müsse er es
doch verstanden haben, wurden Sie wieder inkonsequent. Die
Folge war eine erneute tiefe Enttäuschung. Schließlich fingen
Sie vielleicht an zu resignieren. Sie gaben sich die Schuld,
versagt zu haben, oder hatten erkannt, daß Sie ihm nicht
helfen können. Durch die jahrelangen Kämpfe haben Sie Ihren
Bekanntenkreis verloren. Irgendwann waren Sie die ständigen
Entschuldigungen (Lügen) für Ihren Partner satt. Anstatt mit
Ihren Bekannten, Verwandten oder Freunden zu reden, haben Sie
sich aus Scham und Schuldgefühlen immer mehr zurückgezogen.
Sie haben sich immer mehr isoliert. Da Sie sich mit Ihrem
Partner immer mehr auseinandergelebt haben, kam ein tiefes
Einsamkeitsgefühl hoch. Er versteht mich nicht, er will sich
nicht helfen lassen, ihm ist nicht mehr zu helfen. Vielleicht
ist Trennung der richtige Weg? Vielleicht kamen Ihnen diese
oder ähnliche Gedanken in dieser Zeit hoch. Vielleicht konnten
Sie diese Gedanken auch nicht zu Ende denken, weil Sie - trotz
vieler Kränkungen, Verletzungen und Enttäuschungen - den
Partner irgendwo immer noch mögen und ihm immer noch helfen
wollen. Sich jetzt einzugestehen, daß Sie ihm nicht helfen
können, tut not. Vielleicht kamen Ihnen auch schon sehr häufig
Gedanken, mit jemand anders offen über dieses Problem reden zu
können. Vielleicht sind es Schamgefühle, Versagensgefühle oder
anderes, was Sie daran gehindert hat. Aber es gibt nur diesen
Weg, sich Hilfe zu holen. Erst wenn Sie selbst bereit sind,
Hilfe in Anspruch zu nehmen, können Sie unter Umständen auch
Ihrem Partner helfen. Der Weg zu entsprechenden Stellen, wie
z. B. Ärzten und Beratungsstellen ist nicht einfach, aber kann
durchaus für Sie und auch für Ihre Beziehung eine Chance sein.
Im Landkreis Güstrow gibt es mittlerweile ein sehr
vielfältiges Angebot von Hilfen für Suchtkranke und deren
Angehörige. Dieses Angebot steht Ihnen kostenlos zur
Verfügung. Jeder, der in der Suchtarbeit mitarbeitet, ist zur
Schweigepflicht verpflichtet.
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unter „Sucht“?
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Suchtprävention...
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