sozialwerk der evangelisch-freikirchlichen gemeinde malchin teterow e.v.

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 +  Sucht und drogen

 

 

 +  5. Aufhören ist möglich!

 

Weil Abhängigkeitserkrankungen nicht auf einzelne Ursachen zurückgeführt werden können, gibt es auch keine einfache ursachenbezogene Therapie oder Vorbeugung. Der Ausstieg beginnt mit der Einsicht: „Ich bin abhängig, so geht es nicht weiter, der Preis ist zu hoch.“ Oft zwingen Folgeerscheinungen zur Umkehr bzw. zum Überdenken der Situation (der Partner kündigt die Scheidung an; der Arbeitsplatz ist in Gefahr; körperliche Erkrankungen zwingen zum Klinikaufenthalt o. ä.). Da solche Krisen auch Anstoß zur Besinnung sein können und eventuell den Wunsch nach Hilfe auslösen, sollten sie auch konsequent beim Betroffenen belassen werden. Das bedeutet, daß es zumeist wenig hilfreich ist, wenn der Angehörige beispielsweise bis zur Selbstaufgabe versucht, derartige Folgen und Konsequenzen für den Suchtkranken abzuschwächen oder selbst zu tragen. Hilfe bezieht sich in dieser Phase erst einmal auf die Unterstützung der Krankheitseinsicht, der Änderungswünsche, der Behandlung und Annahme von Hilfen etc. Der Ausstieg aus dem Suchtkarussel und ein neuer Anfang sind zu jeder Zeit möglich. Eine Suchtberatungsstelle kann hier vertrauliche Hilfe und sachkundige Unterstützung bieten. Hier wird versucht, den oft äußeren oder oberflächlichen Anstoß nach Änderung der Lebensweise in eine tragfähige Motivation umzuwandeln, eine fachkundige Betreuung einzuleiten und durchzustehen. Der Angehörige kann auch von sich aus Hilfe in einer Beratungsstelle suchen, wenn der Betroffene noch nicht so weit ist. Oft ist ein körperlicher Entzug (ca. 7 - 14 Tage) in einem Krankenhaus nötig, da körperliche Komplikationen auftreten können. Dies ist aber immer nur der Anfang zu einem suchtmittelfreien Leben. Der Ausstieg benötigt ebensoviel Zeit wie der Einstieg. Da die Entstehung einer Abhängigkeit ein individuell unterschiedlich langer Prozess ist, muss auch der Ausstieg als Prozess begriffen werden. Dabei ist die Gefahr eines Rückfalls ständig vorhanden und häufig auch Realität. Ein Rückfall heißt aber nicht, dass die Hoffnung aufgegeben werden muss. Rückfälle können wichtige Erfahrungen für ein künftiges Leben ohne Drogen beinhalten. Es gibt keinen sicheren Weg für alle. Jeder muss den ihm möglichen Weg finden bis schließlich Nüchternheit als befriedigend erlebt werden kann. Dabei gibt es unterschiedliche Hilfsmöglichkeiten über professionelle Wege und/oder über Selbsthilfegruppen. Wichtig erscheint dabei insbesondere die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber und die größte Gefahr der Selbstbetrug (z. B.: „Ich schaffe es allein, ich brauche keine Hilfe!“) oder die Selbstaufgabe. Die Erfahrung besagt, daß Suchtkranke fachkundige Unterstützung von außen benötigen. Diese Hilfe kann allerdings nur unter Mitwirkung des Suchtkranken, niemals gegen oder unabhängig von seinem Tun, gelingen. Das müssen auch Angehörige, Partner oder Helfer in einem oft schmerzhaften Begleitprozess akzeptieren lernen. Niemand muss sich mit seinem Suchtproblem allein und hilflos fühlen. Vertrauliche Beratung und sachkundige Hilfe sind möglich.

 

 +  1. Genuss oder Sucht?

 +  2. Was versteht man eigentlich unter „Sucht“?

 +  3. Wie entsteht Sucht?

 +  4. Wer ist gefährdet?

 +  5. Aufhören ist möglich!

 +  6. Ein Angebot an Angehörige, Freunde und alle, die helfen wollen

 +  7. Möglichkeiten der Suchtkrankenhilfe

 +  8. ... bevor es zu spät ist!  Suchtprävention... 

 +  9. Selbsthilfegruppen und Abstinenzvereine – Ihre Aufgaben und Ziele

 

 

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