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2.
Was versteht man eigentlich
unter „Sucht“?
Eine
allgemeingültige Definition für „Sucht“ gibt es nicht. Der
Begriff „Sucht“ und „Abhängigkeit“ werden in der Fachwelt
weitgehend gleichsinnig verwendet. Sucht ist eine schwere
primär seelische Erkrankung auf dem Hintergrund einer
gestörten Persönlichkeitsentwicklung und/oder einer besonderen
Konfliktsituation. Dabei werden durch eine verfestigte
Suchterkrankung und ihre Folgen nach und nach alle
Lebensbereiche und -funktionen beeinträchtigt. Man
unterscheidet zwischen stoffgebundenen Suchtformen -
Abhängigkeit von bestimmten Wirkstoffen/Drogen - wie z. B.
Alkohol, Medikamenten, illegale Drogen, Tabak und
stoffungebundenen Suchtformen, wie Glücksspiel-, Kauf-,
Fernseh-, Arbeitssucht etc.
Sucht ist gekennzeichnet durch ein chronisches Ausweichen vor
scheinbar unlösbaren Problemen. Sie bedeutet Flucht vor der
Realität und Unfreiheit. Auch Tätigkeiten wie spielen, essen,
kaufen, arbeiten können zur „Krücke“ zur Problembewältigung
werden und genauso zerstörerisch sein wie Drogen. Vielfach
werden heute unterschiedliche Suchtstoffe kombiniert. Einige
Merkmale einer ausgeprägten Suchterkrankung - unabhängig von
der Suchtform - sind beispielsweise:
- zwingendes und unabweisbares Verlangen zur Beschaffung und
Einnahme des Suchtmittels bzw. der Ausübung der süchtigen
Verhaltensweise
- Tendenz zur Steigerung der Dosis/Menge bzw. zur überzogenen
Ausführung des Verhaltens und Ausbildung einer körperlichen
Toleranz (Gewöhnung)
- seelische und oft auch körperliche Abhängigkeit von der
Wirkung des Mittels, Entzugserscheinungen, wenn die Wirkung
der Droge nachläßt oder das Suchtverhalten nicht ausgeführt
werden kann
- Kontrollverluste oder die Unfähigkeit zu dauerhafter
Abstinenz.
Dem geht oft ein längerer Prozess voraus, in dem die
Anfangssignale schwächer ausgeprägt sind, verdrängt,
verleugnet und die auftretenden Schuldgefühle heimlich betäubt
werden. Typisch für Suchtkranke ist die zunächst fehlende
Krankheitseinsicht. Auch die bekannten Entzugserscheinungen,
die den Süchtigen immer wieder dazu zwingen, den Suchtstoff
erneut einzunehmen, zeigen sich sehr unterschiedlich. Sie
reichen von Unruhe und gereizter bis aggressiver Stimmungslage
über körperliche Entzugssymptome wie Zittern der Hände,
Schweißausbrüche, Übelkeit bis hin zu schweren
Bewusstseinsstörungen, Halluzinationen und Krampfanfällen.
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